Gregor Hoops über seine stärkste Saison und die Entwicklung des Teams

Gregor Du bist seit Bestehnens des Teams 2012 beim BMT. Dieses Jahr hast Du sicherlich deine stärkste Saison gezeigt. Welche Entwicklung haben du und das BMT genommen?

 

Das ganze Team hat sich seit dem ersten Jahr kontinuierlich weiterentwickelt. Das sagt man ja so oft, aber hier ist es wirklich so. Als wir angefangen haben, hatten wir eine bunte Mischung aus A-/B- und C-Fahrern und haben direkt im ersten Jahr viele Aufstiege feiern dürfen. Mittlerweile sind 11 von 13 Fahrern in der A-Klasse angekommen und die meisten müssen sich um den Klassenerhalt keine großen Gedanken mehr machen. Die größeren Rennen hier im Norden waren für uns damals meistens eher zum Lernen, mittlerweile können wir bei fast allen um das Podium mit fahren und haben dieses Jahr schon etliche Siege feiern dürfen. Da haben wir uns als Team schon sehr stark entwickelt. Viele Fahrer haben diese Entwicklung mitgemacht, andere haben das Team verlassen. Ich persönlich habe nach zwei schwächeren Jahren jetzt zwei sehr gute Jahre gehabt und hoffe, dass ich da weiter machen und das Team noch weiter voran bringen kann.

 

Was hast du an Deiner Vorbereitung geändert und wie schaffst du den Spagat zwischen Arbeit und Sport?

 

Das lässt sich gar nicht so einfach zusammenfassen... Ich habe an diversen Stellschrauben gedreht. Ich trainiere jetzt intensiver (keine Einheit mehr ohne "Programm"), ernähre mich bewusster und ein ganz großer Faktor ist mit Sicherheit auch die Erfahrung bzw. das Auge und eine große Steigerung im mentalen Bereich.
Natürlich gehören da auch einfach viele Kilometer auf dem Rad dazu, aber wenn man so viel Spaß im Team hat, wie bei uns, dann kommt die Motivation von ganz allein!

 

Wie lief die Saison bislang für Dich und für das Team? Hast Du persönliche Highlights?

 

Am Anfang der Saison haben wir einige Rennen taktisch sehr gut als Team zusammen gearbeitet und sind am Ende trotzdem um den Lohn unserer Mühe gebracht worden. Das war teilweise etwas frustrierend, hat aber den Teamzusammenhalt gestärkt. Dass wir mit den Neuzugängen eine starke und harmonierende Truppe zusammen haben, haben wir da auch schnell gemerkt.
Der "Dosenöffner" waren dann natürlich die beiden Siege bei unserem Heimrennen in Marlow. Da haben wir als Team richtig perfekt funktioniert und ich durfte das Ganze zweimal vollenden. Das waren natürlich auch für mich persönlich absolute Highlights weil sich das komplette Team für diese Siege aufgeopfert hat.
Danach wussten wir, dass wir in den meisten Rennen absolut um den Sieg mitfahren können und das gibt natürlich wieder mentale Stärke im Rennen - zum Beispiel traute sich Björn dann mal, den Sprung in die Ausreißergruppe zu wagen und wurde prompt mit dem Landesmeitertitel in Niedersachen belohnt.
Mein absolutes Highlight war dieses Jahr aber natürlich die Teilnahme bei den deutschen Straßenmeisterschaften der Profis, wo ich dann auch endlich mal einen guten Tag und das nötige "Matchglück" hatte und als drittbester Amateur 34. wurde. So etwas erlebt man als Amateur wohl nur einmal im Leben!

 

Hast Du denn noch Ziele für 2018 übrig?

 

Mit der Formulierung von persönlichen Zielen für die nächste Saison tue ich mich noch sehr schwer. Diese Saison ist noch nichtmal 'rum und ich weiß noch nicht, wie das Team im nächsten Jahr aussehen wird. Wir werden bestimmt wieder den einen oder anderen Neuzugang und leider auch den einen oder anderen Abgang erleben. Dahingehend laufen im August in der Regel die Gespräche mit den Fahrern, die sich bewerben möchten mit der Teamleitung. Wer da also noch Interesse hat, sollte jetzt in die Spur gehen.

Ich möchte einfach (in welcher Form auch immer) dazu beitragen, dass sich das Team noch weiter entwickelt. Wenn ich selbst wieder einige Erfolge einfahren kann ist das natürlich toll, aber ich freue mich auch immer sehr, wenn ich den jüngeren Fahrern etwas mit auf den Weg geben kann und die das dann auch umsetzen!

Gibt es etwa Besonderes für dich am BMT?

 

Wir fahren mittlerweile auf einem ziemlich anständigen Niveau und trotzdem ist uns nie der Spaß auf und neben der Rennstrecke verloren gegangen! Wir achten bei unseren Neuzugängen immer darauf, dass sie auch neben der Strecke ins Team einpassen. Auf diese Weise haben wir sehr viel Spaß als Team und sind "Kumpels" geworden. Das stärkt natürlich den Teamgeist und jeder ist bereit, sich auch mal für den anderen aufzuopfern, wenn der in diesem Rennen die besseren Karten hat.
Wir sind ein relativ großes Team und haben zwar mit dem BIKE Market in Rostock eine "Zentrale", aber die Fahrer sind mehr oder weniger über ganz Norddeutschland verteilt. Das ist zwar schade in dem Sinne, dass man selten wirklich in der großen Gruppe zusammen trainiert, aber dafür sind wir nicht so fixiert auf eine Region. Wir treten in unterschiedlichen Besetzungen teilweise parallel bei verschiedenen Rennen an, so dass jeder auch mal die Chance hat, auf eigene Kappe zu fahren.
Bei den großen Highlights sind wir dann meist geschlossen am Start und können dort unsere Mannschaftsstärke ausspielen.

 

Wohin soll sich das Team Deiner Meinung nach entwickeln?

 

Wir haben uns in den letzten Jahren eigentlich in allen Bereichen gut entwickelt. Sogar das Sponsoring und die Unterstützung durch den BIKE Market und die anderen Sponsoren ist immer umfangreicher geworden.
Das einzige, wo ich noch viel Potential sehe, sind Massensprints. Dort verkaufen wir uns immer noch schlechter, als wir eigentlich könnten. Vielleicht finden wir da ja noch das Puzzleteil, was uns auch dort stärker macht?