Björn im Interview über den Stand der Vorbereitung auf die bevorstehende Rennsaison

Foto: Florian Gaertner
Foto: Florian Gaertner

Die Saison der Profis hat bereits begonnen. Die Amateure starten zumindest in Deutschland erst Mitte März in die Saison. Wir haben unseren Fahrer Björn Ernst befragt, wie er den Winter verbringt.

 

Hi Björn, schön, dass du dir die Zeit genommen hast und für ein Interview zur Verfügung stehst.

 

Gerne!

 

Bei den Profis stand im Januar schon die Tour Down Under auf dem Programm. Die Amateure haben bis Mitte März noch gut 2 Monate Zeit. Wie sieht es aus mit deiner Form?

Zur Zeit bin ich gesund und die Formkurve zeigt nach oben. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen. Nach dem letzten Rennen im Oktober habe ich aus privaten Gründen 1,5 Monate nicht trainiert. Da stand erstmal das Studium und die Familie an erster Stelle. Zeitgleich musste ich noch renovieren, langweilig war mir also auch nicht.

 

Du hast das Training angesprochen. Wie sieht dein Training im Winter aus? Unterscheidet es sich zum Sommer?

 

Ja natürlich gibt es einige Differenzen. Ich habe mein Training für diesen Winter umgestellt und erhoffe mir dadurch eine bessere Grundlage für den Sommer.

 

Wie sehen die Anpassungen aus und aus welchem Grund hast du dich für eine Änderung entschieden?

 

Ich bin die letzten Jahre im Winter (also November – Februar) durchschnittlich zwei mal die Woche im Fitnessstudio gewesen und habe dort Maximal- und Schnellkrafttraining absolviert. Diesen Winter habe ich das bisher nicht gemacht und mein Trainingsplan sieht es auch nicht vor. Ich nutze die Zeit für spezifisches Radtraining.

Manchmal muss es einfach Änderungen geben. Das wichtigste ist, dass die Motivation erhalten bleibt. Fürs Krafttraining hat die diesen Winter nicht gereicht, ich fahre lieber Rad.

 

Blicken wir auf die vergangene Saison zurück. Wie zufrieden bist du mit deinen persönlichen Leistungen und den Leistungen des Teams?

 

Vor Beginn der Saison haben wir alle zusammen gesessen und uns vorgenommen, die Leistungen aus dem Jahr 2015 nochmals zu toppen. Damals war die Anzahl der Siege und Platzierungen schon hoch. Das Ziel war also durchaus ambitioniert und alles andere als sicher zu erreichen.

 

Letztendlich haben wir es immerhin um eine zusätzliche Platzierung ausbauen können – 16 Siege und 128 Platzierungen. Aber reine Zahlen sagen nichts aus. Wichtiger ist es, in welchen Rennen die Siege und Platzierungen eingefahren wurden. Da waren wir aus meiner Sicht dieses Jahr wesentlich stärker als noch 2015. Lars Bartlau ist eine bärenstarke Saison gefahren, die ihren Höhepunkt bei der Oderrundfahrt hatte. Ab der zweiten Saisonhälfte harmonierte auch das Team wesentlich besser, wir wurden mehr zu einer Einheit.

 

Persönlich bin ich mit meiner Saison auch zufrieden. Ich konnte nicht ganz die gleiche Anzahl an Platzierungen einfahren wie noch 2015, bin aber auch einige Rennen weniger gefahren. Am Ende standen von 20 Rennen 1 Sieg und 12 Platzierungen auf dem Konto. Damit bin ich durchaus zufrieden. Ich hab somit mehr als 50% der Rennen in den Top10 beendet.

 

Bald beginnt nun also die Saison 2017. Zwei Fahrer haben das Team verlassen, drei neue kamen hinzu. Wie schätzt du das Team ein?

 

Mit Lars Bartlau hat uns der Leistungsträger der Saison 2016 verlassen. Seine Entscheidung hat er auf Grund persönlicher Umstände getroffen. Sein Ziel für 2016 war es, zum Abschluss nochmal eine richtig gute Saison hinzulegen. Das hat er in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen. Auch Daniel Rackwitz hat einige Siege und Platzierungen dem Punktekonto hinzugefügt.

 

Ich denke, dass es zumindest aus statistischer Sicht in dieser Saison schwer werden wird, die Ergebnisse aus der Saison 2016 weiter zu verbessern. Ich denke man sollte sich da auch nicht zu sehr drauf versteifen. Vielleicht wird es eine Art Übergangsjahr. Die Chance, gerade mit den drei neuen Fahrern, sollten wir nutzen und intensiv am Teamwork arbeiten.

 

Ansonsten wird es wieder eine starke Truppe sein. Ich bin mir sicher, dass wir, eine gute Zusammenarbeit vorausgesetzt, einige Erfolge im Sprint einfahren können.

 

Vor zwei Wochen kam das Team zu einem ersten großen Teamtreffen und der Teampräsentation zusammen. Wie bewertest du das Teamtreffen?

 

Aus meiner Sicht war es ein unheimlich produktives Wochenende. Viel wichtiger als das gemeinsame Training war an diesem Wochenende die Kommunikation. Wir haben viele Stunden zusammen gesessen und über die Fehler der vergangenen Saison gesprochen, über individuelle Stärken und Schwächen und über Möglichkeiten, die uns als Team weiterbringen. Vor allem der letzte Punkt war für uns enorm wichtig. Mir zeigte das Wochenende die hohe Motivation des gesamten Teams. Wir werden einiges ändern zum Beispiel an unserer Kommunikation im Rennen. Ich bin mir sicher, dass uns das einen großen Schritt nach vorne bringt!

 

Eine letzte Frage noch: In welcher Rolle siehst du dich in der kommenden Saison?

 

Meine Stärken liegen im Sprint und in der Rennübersicht. Ich möchte meine Fähigkeiten nutzen und diese konsequent in Ergebnisse ummünzen. Natürlich braucht man dazu auch ein wenig Glück. Ansonsten hoffe ich, dass ich einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenwachsen des neuen Teams leisten kann. Ich gehe nun in meine 18. Saison und in die dritte mit dem BMT. Die Erfahrung kommt hoffentlich auch meinen Teamkollegen zu Gute. Ansonsten steht für mich immer das Team an erster Stelle. Wenn der Zusammenhalt stimmt, dann kommen die Ergebnisse von alleine!

Foto: Florian Gaertner
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