Stürmisches 24h Rad am Ring endet mit Rang 6

Tour Cover mit Julius aus 2014
Tour Cover mit Julius aus 2014

Nachdem Julius im letzten Jahr noch mit seinem Vater beim 24h Rennen am Ring am Start war (wo das Titelbild der Tour-Ausgabe entstand), entschlossen sich Max, Janko, Gregor und Julius dieses Jahr als richtiges BIKE Market Team an den Start zu gehen. Zusammen mit dem Team von Julius Vater bezogen wir am Freitag Abend unsere Parzellen auf dem Grand-Prix Kurs und bauten unseren Pavillion auf und stellten uns auf einen entspannten Abend vor dem Rennen ein. Leider kam dann abends Regen und immer mehr Wind auf, so dass wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren, den Pavillion zu sichern um nicht weg zu fliegen...

Nach einer viel zu kurzen Nacht (der Pavillion drohte das ein oder andere Mal abzuheben) konnten wir dann aber endlich alles für das Rennen vorbereiten. Wir diskutierten eifrig, wie die Reihenfolge der Starter sein sollte, wie man nachts am besten wechseln sollte, damit man noch etwas Schlaf bekommt und welche Streckenabschnitte wie zu fahren sind. Da das Wetter sich im Laufe des Samstags aber wieder verschlechterte, wurde der Start mehrfach verschoben, bevor es dann um 20:00 Uhr bei abtrocknender Strecke endlich los ging.

Julius machte für uns den Startfahrer und kam direkt als allererster bei uns vorbei. Am langen Anstieg zur hohen Acht konnte er dann aber leider nicht mit der absoluten Spitze und Christian Knees und das Team Vorarlberg mithalten. Er kam mit zwei weiteren Fahrern ca. eine Minute nach der 5-köpfigen Spitzengruppe aber deutlich vor allen Verfolgern durchs Ziel. Während die Spitzengruppe einige Runden zusammen blieb, fuhren wir bald ein relativ einsames Rennen, was den Vorteil hatte, dass wir jeweils unser eigenes Tempo gehen konnten. Der Nachteil war natürlich, dass wir keinen Windschatten hatten, was insbesondere im letzten Streckenabschnitt auf der Döttinger Höhe (lange Gerade, leicht ansteigend, Gegenwind) viel Kraft kostete.
Nach und nach bröckelte es aber auch in der Spitzengruppe und die Teams, die am Anfang viel investiert hatten um in der Spitzengruppe zu bleiben, bekamen jetzt die Rechnung präsentiert. Insbesondere die Teams, die mit Profis gestartet waren und nun in der Nacht auch die anderen Fahrer einsetzten, verloren langsam an Boden. Wir konnten uns nach und nach weiter vor arbeiten und lagen zwischenzeitlich auf Rang Vier.

Ein Rechenfehler beim Wechseln kostete uns dann aber leider wieder etwas Zeit. Wir hatten die Ankunftszeit von Max falsch berechnet und er fand niemanden zum Wechseln vor, so dass er direkt weiter fuhr. Die zweite Runde konnte er dann aber natürlich nicht mehr auf dem gleichen Leistungsniveau  wie die erste fahren. Trotzdem waren wir immer noch gut im Rennen und konnten unsere Rundenzeiten in der Nacht fast konstant, bei 45-47 Minuten, halten.

Als es dann wieder langsam hell wurde, konnten wir uns über einen tollen blauen Himmel und langsam steigende Temperaturen freuen. Die Nacht bei 8 Grad und viel Wind im Pavillion war doch unangenehm gewesen.

Zum Ende wurde es dann aber doch noch einmal spannend um die vorderen Positionen. Nachts patzten einige Teams und auf einmal waren wir nur noch wenige Minuten hinter Platz Drei. Die Motivation, nochmal richtig anzugreifen, war natürlich geweckt. Leider ging die Nacht auch an uns nicht spurlos vorbei, so dass wir morgens einen Einbruch mit einer 54-Minuten Runde hatten. Damit war das Podium zwar außer Reichweite geraten, aber nach hinten hatten wir immer noch ein beruhigendes Polster.

Der Vormittag war dann noch von einigen Scharmützeln mit dem Team "Ledschends -1-" um Platz Fünf bestimmt, welche aber dann durch deren Wechsel auf Roger Kluge (KPT-Profi bei IAM-Cycling) zu unseren Ungunsten entschieden wurden. Letztendlich kamen wir nach 17 anstrengenden Stunden als sechstes Team ins Ziel und hatten immerhin 22 Runden absolviert. Von den fünf Teams vor uns waren immerhin vier mit Profis bestückt. Das Sieger-Team Vorarlberg ist sogar als komplettes Profi-Team an den Start gegangen.

Gerade vor diesem Hintergrund waren wir mehr als zufrieden und sind motiviert, nächstes Jahr besser vorbereitet und mit der Erfahrung aus diesem Jahr wieder zu kommen!