Bilanz der Sportlichen Leitung

Sie stehen hinter dem Team: Michaela Dittrich, Jörg Wolff-Gebauer und Antje Vogelgesang. Es gilt die Sportler auf die Rennen einzustellen, Material vorzu-bereiten, bei Defekten in Windeseile Abhilfe zu schaffen, zu verpflegen aber auch zu motivieren, anzufeuern oder im richtigen Moment zurückzuhalten oder auch mal tröstende Worte zu finden. Außerdem treffen sie die Entscheidung über die Zusammensetzung des Teams.

Die sportliche Leitung, die sonst also im Hintergrund die Fäden zieht, steht heute mal im  Mittelpunkt: Jörg und Antje im Interview für Euch!

Das Team hat 2014 einen enormen Sprung gemacht, mehr Siege und mehr Platzierungen eingefahren. Was ist das Erfolgsgeheimnis des BMT?

Jörg: "Ich glaube wenn es ein Geheimnis gibt, ist es das das Team im letzten Jahr weiter zusammen gewachsen ist. Ein großer Teil der Fahrer ist schon seit 3 Jahren beim BMT und in dieser Zeit zusammen durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Das verbindet und macht es im Rennen leichter sich voll für das Team einzusetzen, egal ob man auf Sieg/Podium fährt oder Helferdienste verrichtet. 

Vor der Saison 2014 haben wir als sportliche Leitung schon das Ziel 100 Platzierungen als realistisch und erreichbar eingeschätzt. Das es dann 11 Siege und 103 Platzierungen (rad-net) geworden sind zeigt die gewachsene Qualität.  Im Jahr 2012 hatten wir „nur“ 3 Siege und 66 Platzierungen und 2013 4 Siege und 74 Platzierungen aufzuweisen. Die Kurve der letzten 3 Jahre geht also eindeutig nach oben."

 

Antje: "Wir haben es bislang auch geschafft eine gute Mischung aus notwendiger Professionalität und Freude am Sport und am Miteinander zu erhalten. Das ist enorm wichtig. Erfolgreich sein kann man nur mit beiden Komponenten. Außerdem ist es uns gelungen das Team über die Jahre weiter zu stärken: einerseits haben sich die Fahrer die uns seit Jahren begleiten kontinuierlich weiterentwickelt, andererseits konnten wir auch weitere Verstärkung gewinnen und mit den Jahren auch immer bessere Fahrer für das BMT interessieren. Darüberhinaus haben manche Fahrer bei uns auch gezielt eine Chance erhalten und sie genutzt."

 

Was waren denn für die sportliche Leitung die Highlights der Saison?

Jörg: "Besonders schön war 2014 das die Erfolge auf viele Fahrer und eigentlich über die ganze Saison verteilt waren:
Marcel und Janko waren schon in einer guten Frühjahrsform und fuhren die ersten Platzierungen ein. Mit  Stefan, Gregor, Daniel und Leo als Vierer gelang es uns das Mannschaftszeitfahren in Hamburg zu gewinnen. Danach war Stefan an der Reihe mit guten Leistungen in Linden, Bielefeld und Podium in Buchholz. Der Juni war der Monat von Tobias.  In Gehrden Podium, danach zum VR Cup  mit  2 Etappensiegen und Gesamtsieg ein absolutes Highlight. Zur Krönung gewannen wir beim VR Cup auch noch die Mannschaftswertung. Dazu beigetragen haben neben Tobias, Janko, Marcel und Martin.

Nach der Teilnahme am RAAM belegte Daniel in Kiel den 2. Platz. Auch  in Boltenhagen und Oschersleben zeigte er sich auf dem Podium. Der Mann des Herbstes war eindeutig Julius. Nach dem verkorksten Frühjahr mit quälend langer Krankheit und einigen Formschwächen schaffte er es sich über den Sommer ordentlich in Schwung zu bringen. 3. Platz in Hamburg, Sieg in Norderstedt, 2. Platz in Loitz und der 2. Platz beim Münsterland Giro ist eine stolze Bilanz, die sich sehen lassen kann. 

Nennenswert war auch das Kriterium in Loitz. Neben dem schon erwähnten Podium durch Julius hat Martin dank einer geschlossenen mannschaftlichen Fahrweise den Sieg errungen, der für ihn den Aufstieg in die B-Klasse bedeutete. Im gleichen Rennen konnten Janko und Marcel durch ihre Platzierungen den Aufstieg in die B-Klasse sichern und Tim durch seine dritte  Platzierung den Klassenerhalt in der A- Klasse sichern.

Eine positive Überraschung war auch unser jüngster im Team, Maximilian. Er hatte ja den Umstieg von der Bahn zu bewältigen. Das ist ihm sehr gut gelungen. Selbst KT/A/B/C Rennen konnte er überzeugend meistern und seiner Helferrolle gerecht werden.

Gab es auch persönliche Niederlagen?

Jörg: "Wer gewinnen will, muss auch verlieren können deshalb würde ich es nicht persönliche Niederlagen nennen, aber es gibt auch immer Dinge die nicht so laufen wie man sich das vielleicht vorgestellt hat.  Gregor und Nils haben in der Saison 2014 ihren Klassenerhalt nicht geschafft. Gregor schien im Laufe des Jahres ein Abo auf die Plätze 11 bis 15 zu haben. Eigentlich war er gut in Form aber irgendwie sollte es in diesem Jahr nicht sein, so sehr er sich auch bemühte.  Nils konnte durch Sturz im Frühjahr und anschließender Krankheit trotz aller Anstrengungen leider nicht an seine Leistungen aus dem Jahr 2013 anknüpfen. Und auch Lukas konnte seine Entwicklung aus dem Vorjahr nicht fortsetzen.
Nach Tobias Sieg im VR Cup sind wir natürlich alle mit großen Erwartungen zur Oder Rundfahrt gefahren. Ein Platz in der Gesamtwertung unter den ersten 10-15 schien für uns alle greifbar nah. Aber der Radsport ist unberechenbar und gnadenlos. Tobias Sturz sowie Gregors und Daniels Defekt auf der 1. Etappe ließen trotz aller Bemühungen und Quälerei die Felle schnell davon schwimmen. Am Ende fanden sich in der Gesamtwertung alle oberhalb der Top 20 wieder. Der einzige der sich super steigerte und von Tag zu Tag besser zurecht kam war Martin. Er wurde am Ende 23. und bezweifelte noch auf der Anreise nach Frankfurt/ Oder das er überhaupt die 2. Etappe überstehen würde."

 

Die Integration der Neuzugänge hat 2014 anscheinend sehr gut geklappt. Wie sucht ihr eigentlich Eure Fahrer aus?

Jörg: "Neben den sportlichen Leistungen legen wir auch Wert darauf das die neuen Fahrer ins Team passen und auch unbedingt für ein Team fahren wollen. Das ist ganz wichtig! Wie schon erwähnt gibt es Rennen da kann man für sich auf Sieg, Podium oder Platzierung fahren und es gibt Rennen da findet man sich in der Helferrolle für andere BMT Fahrer wieder. Wer sich da nur für seine eigene Belange interessiert wird es schwer haben im Team auf Akzeptanz zu stoßen.
Nach dem erfolgreichen Jahr 2014 haben sich erfreulicherweise sehr viele Fahrer bei uns für das Jahr 2015 beworben. Das hat es natürlich leichter gemacht die zu uns passenden Neuzugänge auszusuchen. Natürlich spielt letzten Endes auch die Geographie eine Rolle. Wir verstehen uns als Norddeutsches Team was einen Großteil seiner Rennen in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Schleswig Holstein und Niedersachsen bestreitet, da ist es auch logistisch von Vorteil wenn unsere Fahrer aus diesem Einzugsgebiet kommen. Am Ende gibt es da also nicht das eine Kriterium, das Gesamtpaket muß passen und das auf beiden Seiten."

Jedes Jahr heißt es ja auch wieder aufs Neue Abschied von einigen Fahrer zu nehmen. Was geht dabei im sportlichen Leiter vor? Sicher keine leichten Entscheidungen, oder?

 

Antje: "Sicherlich nicht nein. Es wäre ja auch schlimm, wenn wir uns das leicht machen würden. Gegen Ende der Saison lassen wir die Leistungen der Leute über das gesamte Jahr nochmal Revue passieren und diskutieren sehr viel innerhalb der sportlichen Leitung aber natürlich auch mit den Fahrern. Letzlich geht es ja immer darum abzuschätzen, wie sich ein Sportler weiter entwickeln wird oder möchte und ob Motivation und Leistungsfähigkeit dann weiter ein stimmiges Bild für das Teamgefüge ergeben. Abgesehen davon freuen wir uns im Team auch über einen sehr freundschaftlichen Umgang miteinander, dass macht es uns natürlich auch nicht einfacher dann einem Fahrer zu sagen, dass wir im Folgejahr sportlich keine Perspektive im Team sehen."

 

Das Team verstärkt sich für 2015 weiter. Was dürfen die Fans erwarten?

Jörg: "Wen sie erwarten dürfen? Dieses „Geheimnis“ werden wir auf jeden Fall in den nächsten Wochen auf unserer Homepage preisgeben. Also schön neugierig bleiben. Was sie erwarten dürfen? Wir haben uns mit erfahrenen Rennfahrern verstärkt. Das BMT 2015 wird mit 7 A-Fahrern, 5 B-Fahrern und einem 1 C-Fahrer an den Start gehen.  Ich denke, dass wir damit noch breiter und leistungsstärker aufgestellt sind. Besonders für Sprintankünfte und im Einzelzeitfahren haben wir an Potenzial gewonnen."

 
Bei welchen wichtigen Rennen wird das Team 2015 am Start stehen?

Jörg: "Das Rennprogramm wird ähnlich wie 2014 sein. Beginnend in Nortorf und Ascheffel, über Marlow, Buchholz, Kiel , Volksdorf, Loitz und als Saisonabschluss den Münsterland Giro. Wir wollen auf jeden Fall versuchen zwei kleinere Rundfahrten in Deutschland zu bestreiten und zur Oderrundfahrt eine schlagkräftige Truppe ins Rennen zu schicken. Das eine oder andere Rennen wird sich sicherlich auch noch im Laufe der Saison ergeben. Wo wir dann unterwegs sind  kann man auf unserer Homepage unter Termine lesen."

Bleibt ihr Eurem Erfolgsrezept treu oder wird es auch Änderungen im Vergleich zu den letzten Jahren geben?

 

Antje: "Ich denke, wenn man erfolgreich ist, sollte man nicht zu viel ändern. Natürlich versuchen wir uns immer weiter zu verbessern organisatorisch wie sportlich. In den letzten Jahren ist es uns immer wieder gut gelungen auf auftretende Probleme  schnell zu reagieren und sie aus der Welt zu schaffen - das sollten wir uns sicher bewahren.

Jetzt sind wir aber ersteinmal gespannt auf unsere offizielle Teampräsentation am 24. Januar in Rostock auf der Viva Touristika. Dann werden wir auch alle zusammen ein paar Tage miteinander verbringen und ich glaube dann hat Jörg auch wieder ein ganz genaues Gefühl dafür welches Ziel er für die Platzierungen raus gibt. *lacht*"