Martin 2. beim Müritztriathlon

Es ist schon ein wenig her (25.07.), aber wir wollen euch Martins Bericht gern noch nachreichen :), weil er einfach lesenswert ist!

 

Was macht der wettkampfhungrige Radsportler in einer Phase in der in Norddeutschland radsporttechnisch Trockenzeit herrscht?

Er entscheidet sich an einem Samstagmorgen um 6 Uhr kurzerhand ein wenig über den Tellerrand zu schauen und spontan an seinen ersten Jedermanntriathlon auf der Sprintdistanz teilzunehmen. Berechtigte Zweifel, dass das zweimalige ‚Plantschen‘ im Sildemower See eventuell keine nennenswerten Fortschritte gebracht haben könnte werden einfach verdrängt und die Staubschicht auf den Laufschuhen, welche seit dem letzten Winter beachtliche Ausmaße angenommen hat, wird ebenso ignoriert.

Ein mulmiges Gefühl macht sich dann erst wieder breit, als es schon zu spät ist, ich als Nachmelder in Badehose neben einer Menge hochmotivierter Neoprenfetischisten knöcheltief im Wasser der Müritz stehe.

Während mir auffällt, dass sich die Bojen zur Markierung der 750 m langen Schwimmstrecke doch recht weit auf dem Wasser befinden, ertönt bereits der Startschuss. Breits nach wenigen unbeholfenen Kraulversuchen werde ich nach und nach von einer Vielzahl an Startern überholt. Nach einer gefühlten Ewigkeit steige ich schließlich im hinteren Drittel der Meute aus dem Wasser und stelle dabei fest, dass sich die Beine unerwarteter Weise wie Blei anfühlen…

Der Wechsel aufs Rad zeigt einen weiteren eklatanten Unterschied zwischen Erststarter und geübten Teilnehmer auf, da diese hier in der Regel 2 Minuten schneller sind.

Endlich auf dem Rad, komme ich durch die engen Kurven und Kreisverkehre zunächst gar nicht auf Touren, bemerke jedoch schnell, dass die meisten Teilnehmer noch mehr damit zu kämpfen haben. Als die Mühle dann endlich am Laufen ist, kann ich jede Menge Boden gutmachen und schließlich auf den 20 km die schnellste Zeit abliefern.

Durch die vielen Platzgewinne gehe ich euphorisiert auf die 5 km lange Laufstrecke und sehe das Ziel schon vor den Augen. Da jedoch die Temperatur mittlerweile auf schwülwarme 30 Grad angestiegen ist und sich die Strecke in Realität knappe 6 km entlang des Müritzufers schlängelt, zieht sich der Lauf wie ein Kaugummi in die Länge. Von der Anstrengung gezeichnet, erreiche ich schließlich erschöpft das Ziel und freue mich umso mehr über das kaltgestellte Bier.

Zu meiner Überraschung stelle ich dann auf der Ergebnisliste fest, dass ich bei 101 Finishern den 17. Platz erreicht hab und somit als Altersklassenzweiter sogar noch aufs Treppchen steigen darf. Also insgesamt ein lohnenswerter Ausflug ;)