Ein bisschen Giro bei der Oderrundfahrt: 4. Etappe wird zur Rutschpartie

In dieser Linkskurve kam es bei der 4. Etappe der Oderrundfahrt (Großer Preis der Stadt Frankfurt Oder") zu den Stürzen

Es versprach ein wirklich schönes Rennen zu werden: Der "Große Preis der Stadt Frankfurt Oder". Tolle Szenerie, abendliches Licht, ein rundum beeindruckender Stadtkurs. Die 1.5 Kilometer lange Runde hatte es aber auch in sich: Auf den insgesamt nur 75 Kilometern galt es 1.350 Hm zu absolvieren - nochmal 200 Hm mehr als bei der ersten Etappe! Hier hätte die Vorentscheidung um das Gelbe Trikot fallen können, doch es kam anders!

Denn genau mit dem Startschuss schien auch der Himmel für kurze Zeit seine Schleusen zu öffnen. Es war kein wirklicher Wolkenbruch, doch die nur knapp an Frankfurt vorbei ziehende Gewitterfront stimmte alles andere als Optimistisch für den weiteren Rennverlauf. Die heißen Temperaturen der vorangegangenen Tage, der Staub auf der Strecke machte aus der Fahrbahn eine regelrechte Rutsche. Gerade am Anstieg hatte man selbst mit guter Besohlung Mühe nicht ins Rutschen zu geraden. Auf den Anstieg folgte eine rund 250 Meter lange Abfahrt, mit einer abschüssigen Linkskurve. Es dauerte nicht lange bis es genau dort zu den ersten Stürzen kam. Unter anderem war das Gelbe Trikot darin verwickelt. Auch wenn das Hauptfeld (bis dato angeführt von Stölting) rausnahm - aller Ehrenwert! - machte sich zunehmend der Unmut unter dem Fahrerfeld breit.

Auch im Startzielbereich schimpften einige Sportliche Leiter auf die Rennleitung ein, dass diese Bedingungen nicht mehr tragbar wären. Es kam wie es kommen musste: Bereits nach wenigen Runden wurde das Rennen abgebrochen. Glücklicherweise hat es keinen Fahrer des BMT in der besagten Kurve einschärft. Einzig Martin musste einmal kurz aus der Pedale.

Die Entscheidung ist natürlich absolut vertretbar, ganz im Sinne der Gesundheit der Fahrer! Allerdings hätte man sich fragen können, ob eine Neutralisation des Rennens nicht vielleicht auch eine Option gewesen wäre. Denn bereits 30 Minuten nach Rennabbruch waren die Straßen schon fast wieder abgetrocknet. Schade um das Rennen!

Dieser Tag blieb folglich ohne Wertung und somit gab es auch keine Rotation im Gesamtklassement. Die Entscheidung sollte also am letzten Tag, bei der Etappe "Rund um den Zeisigberg" fallen. Hier erwartet die Fahrer ein brutaler Anstieg zum Ziel von rund 15%, gespickt mit grobem Kopfsteinpflaster - Klassikerprofil!