Christian Herzog über Rennergebnisse, Ferraris auf dem Zielfilm und die Zukunft des Ergebnisdienstes herzog-sport.de

Christian bei der Arbeit auf dem Zielwagen
Christian bei der Arbeit auf dem Zielwagen

Heute haben wir wieder einen kleinen Bericht vom Streckenrand für Euch. Es gibt viele Menschen, die erst dafür sorgen, dass wir ein spannendes Radrennen austragen können. Neben Organisatoren, Helfern und Sponsoren sind das auch die Kommissäre. Christian Herzog, der Kopf hinter Herzog-Sport, ist dabei der Garant für zufriedene Rennteilnehmer. Dank seiner gewissenhaften und ruhigen Art steht am Ende eines Rennens ganz sicher fest welcher Sportler auf welchem Platz ins Ziel gelangt ist.

 

Christians Herz schlägt seit vielen Jahren für den Radsport, früher saß er selbst im Sattel, er war jahrelang Vizepräsident des Radsportverbandes Mecklenburg-Vorpommern und leitet als Vereinsvorsitzender den RV Rostock. Wir haben mal bei ihm nachgefragt:

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Wie bist Du zum Ergebnisdienstservice gekommen?
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"Etwa 1995 hatte der Radsportverband MEV eine ziemlich gute Videokamera für die Zieleinläufe gekauft. Idee war, das es mehrere Bediener aus den verschiedenen Vereinen dafür gibt, die sich die Rennen aufteilen. Ich gehörte auch dazu, aber nach relativ kurzer Zeit war ich dann "übrig" geblieben. Einige der damaligen Klassiker, wie das Pfaffenteich-Rennen in Schwerin und das Hanseatenringrennen in Wismar waren meine ersten Rennen.
Seit Anfang 1999 war ich dann bei den meisten Rennen dabei. Irgendwann reichte die Technik nicht mehr aus. Bei Entscheidungen um z.B. die deutsche Meisterschaft, wird dann andere Technik gebraucht. Und so wurde aus dem Traum, mal eine richtige Foto-Finish-Kamera zu haben, Realität. "

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Was ist für Dich das spannendste an der Arbeit auf der "anderen Seite"
der Rennen?
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"Die Sportler leisten in jedem Rennen viel und sie sollen für ihre Leistungen auch einen realen Gegenwert in Form eines korrekten Ergebnisses bekommen.  Das ist nicht immer einfach und äußere Bedingen wie wechselnde Lichtverhältnisse, Einlaufrichtungen, falsch angebrachte Startnummern und ähnliches beeinflussen die Ergebniserstellung. Trotzdem sollen die Sportler Ihr Ergebnis bekommen, und das sollte auch korrekt sein. Auch ich kann mal Fehler machen, aber das lässt sich meist im Dialog klären."
 
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An wievielen Wochenenden im Jahr bist Du unterwegs?
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"Durch die Radrennen im Sommer und Short Track-Wettbewerbe im Winter, bin ich etwa jedes zweite Wochenende unterwegs."

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Hast Du ein Lieblingsrennen?
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"Ein Höhepunkt sind auf jeden Fall Etappenfahrten. In der Vergangenheit waren das der Mecklenburger Fahrradtörn, die Van-der-Valk-Rundfahrt und in
letzter Zeit die Youngclassics im Hamburg, das sind schon Höhepunkte.
Eintages-Rennen, wo die Chemie zwischen den Veranstaltern und der Jury stimmt, auch die machen Spaß!"

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Fährst Du selbst auch noch Rad?
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"Nein, leider nicht. Dafür reicht die Zeit zwischen meinem Hauptberuf, Familie und Zeitmessung nicht aus. Ich "zehre" noch von den Touren, die ich früher mal gefahren bin. Eine Alpenüberquerung und die Klassiker "Wallonischer Pfeil" und "Mailand - San Remo" als RTF-Versionen, das war schon was."

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Wie geht es mit dem Ergebnisdienst weiter, hast Du Visionen?
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"Es geht mit dem Ergebnisdienst weiter, wie ihr schon mitbekommen habt, bin ich für die Einführung der persönlichen Transponder im Radsport in Deutschland. In Jedermannrennen geht es schon fast nicht mehr ohne. Und die Lizenzfahrer in den Nachbarländern haben sie auch im Einsatz. Nur der Lizenzradsport in Deutschland zögert noch.

Dass ist eine weitere Chance für den Jedermannradsport, dort werden die Sportler von den Ergebnissen besser versorgt als Lizenzfahrer, aber genau die will der BDR ja eigentlich unterstützen. Aber der BDR sind auch die einzelnen Landesverbände und genau die ziehen in diesem Punkt nicht alle mit."

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Was fehlt dem Radsport in MV oder Deutschland um die aktuellen Probleme
zu bewältigen?
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"Wie in allen Sportarten benötigt es die Breite im Sport. Nicht alle jungen aktiven Sportler werden Weltmeister, aber auch aus diesen Kreisen kommt Nachwuchs als Trainer, Kommissäre usw.. Die Schwierigkeit besteht darin, diese Sportler nach Studium oder Berufsausbildung wieder zum Sport zu bewegen."

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Hast Du noch eine lustige Anekdote von einem Rennen für uns?
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"Durch die Zielkamera fährt ja alles Mögliche, was sich auf der Straße bewegt. Den Trabant mit QEK-Junior (Campinganhänger) in pink und beim Rennen  Elbinselrennen in Hamburg hatte ich auch schon mal einen Ferrari mit drauf."
 

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Falls es noch etwas gibt was Du los werden möchtest dann her damit
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"Auf jeden Fall ein ganz großes Dankeschön an meine Familie, die mich trotz Berufstätigkeit, Schichtdienst (meiner Frau) und zwei Kindern am Wochenende zu den Rennen fahren läßt."


Da bleibt uns nur zu sagen: Danke Christian für eine wirklich hervorragende Arbeit! Mach weiter so!

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