21. Trifun Triathlon in Güstrow

Morgens um Neun in Güstrow. Die Sonne lacht und scheint mit ihrer ganzen Pracht auf den Inselsee. Was mache ich eigentlich hier, frage ich mich mit Blick über den See. Meine innere Stimme sagt zu mir; Ja lieber Kai, du willst heute einen Triathlon machen. Mhhh, dass halte ich für keine gute Idee. Du kannst zwar Rad fahren und einigermaßen laufen aber schwimmen kannst du nun wirklich nicht.

Am Tresen des Wettkampfzeltes wartend, frage mich eine junge Dame über welche Distanz ich gemeldet sei. Na klar liebes Ego, nimm mal gleich die Olympische Distanz die Jedermann Distanz ist doch was für "Mädchen".

Ich hatte noch mehr Zeit als genug. Daher nutzte ich die Zeit um mich mit dem Wirrwarr des Wechselgartens vertraut zu machen. In Anbetracht des Schilderwaldes vermutete ich mich schon auf dem Verkehrsübungsplatz. Ob ich das bei der anstehenden Sauerstoffarmut im Hirn begreife bleibt abzuwarten. Noch schnell das Rad, Laufschuhe und Helm in Position gebracht und fertig war ich. Jetzt nur noch den Einteiler überwerfen und fertig für den Sprung ins Neoprenkondom. Tja, dank der recht hohen Wassertemperatur konnte ich meine Neopren - Luftmatratze leider nicht tragen. Neoprenluftmatratzenkondomverbot. O Gott. Also hieß es mangels Technik, bloß nicht abzusaufen.

Kurz danach befinde ich mich auf der Schwimmstrecke. Eintausendfünfhundert Meter und meine Mitstreiter schwimmen los als ob sie vom weißen Hai verfolgt werden. Nett wie ich bin, lasse ich der Meute ihren Spaß und ziehe gemütlich und konsequent im Brustschwimmstil meine Bahnen und kämpfe ums überleben. Nur Blöd, dass ich mir auf der zweiten Runde eine nette kleine Zerrung im rechten Oberschenkel zuzog. Der Preis des Brustschwimmens! Nach 27 min und als 40 aus dem Wasser gehoppelt, kurzer Wechsel dank sehr kompakter und übersichtlicher Wechselzone und ab auf die Wellige und windanfällige Radstrecke.

Wie sehr freute ich mich auf meine Lieblingsdisziplin und latschte gleich mit voller Kraft ins Pedal. Shit, mein Motor läuft aber nur auf einem Kolben. Die Zerrung war wohl doch etwas heftiger. Trotzdem kassierte ich einen Mitstreiter nach dem anderen und kam als dritter in der Wechselzone an. TT-Bike prügeln ist so was von genial nur leider waren da noch die 10 km zu laufen.

Der Wechsel vom Rad zum Lauf verlief ziemlich miserabel und kostete unendlich Zeit.
Es folgen zwei Runden, gelaufen als Wendepunktstrecke. Verlaufen und abkürzen, absolut ausgeschlossen. Also genau richtig für mein frei von Sauerstoff befindliches Hirn. Schönes Ding, dachte ich. Die ersten fünf Kilometer in 18 Minuten gelaufen und das mit fehlenden Kniehub im rechten Bein. Bis die Sache in der zweiten Runde langsam anstrengend wurde und mein Hirn nicht mehr zur Empfindung von Angenehmem taugt. Da war er, er muß sich hinter irgendeinen Baum versteckt haben. Der blöde Mann mit dem Hammer. Plötzlich war die Luft raus und ich kroch noch nur vor mich hin. Aufgeben war eh nicht drin. Die letzten vier Kilometer wurden zum Marathon und ich wurde zum stehenden Hindernis. Einer nach den Anderen kassierte mich und ich verlor Platz um Platz. Völlig erledigt erreichte ich letztendlich als 9 das Ziel.

 

Swim 29:13 (40.), Bike 1:06:07 (3.), Run 42:38 (17.), Total 2:17:58 (9.)

 

Kai