Braunschweig

Die Doppelverantaltung aus "Rund um das Rathaus", einem Nachtrennen im Zentrum von Braunschweig, und "Rund um den Elm", einem schweren Straßenrennen durch den Elm kannte ich schon aus den letzten Jahren. Das Rennen ist traditionell sehr stark besetzt und auch dieses Jahr gaben sich wieder viele namhafte Teams die Ehre. Leider war ich dieses Wochenende ganz auf mich allein gestellt, hatte dadurch aber auch keinen Druck, nach der überstandenen Erkältung direkt wieder Top-Leistungen abrufen zu müssen.
Das Rundstreckenrennen auf der 1km-Runde sollte 70 Kilometer lang sein und wurde erst um 21 Uhr gestartet, so dass es im Laufe des Rennens immer dunkler wurde und am Ende fast stockfinster war. Trotz sehr hohem Tempos (die 70 Kilometer wurden in gut anderthalb Stunden absolviert) konnte ich mich anfangs sehr gut vorne behaupten und ging sogar einige Attacken mit, von denen sich aber keine entscheidend vom Feld lösen konnte. Eine Konterattacke von vier Fahrern war dann aber doch noch erfolgreich. Leider war ich hier aber nicht mit dabei.
 Das Rennen wurde im weiteren Verlauf etwas ruhiger und ich ließ mich etwas "einschläfern", soweit man davon bei dem Tempo reden kann. In Folge dessen wurde ich etwas weiter nach hinten durchgereicht und musste plötzlich feststellen, dass ich zu weit hinten gelandet war, wo es durch den Zieharmonika-Effekt gleich richtig schwer wurde, wenn vorne das Tempo etwas erhöht wurde. Eine ganze Weile war ich nur damit beschäftigt, mich nicht abhängen zu lassen und mich langsam wieder nach vorne zu arbeiten. Nach einer Weile hatte ich mich wieder nach vorne durchgekämpft und dort war es gleich wieder deutlich angenehmer zu fahren, auch wenn auf den letzten 20 Kilometern eine ziemliche Hektik im Feld aufkam.
 Die Vorbereitung auf den Sprint war als Einzelkämpfer im nervösen und hektischen Feld ziemlich schwierig, aber ich konnte mich bis kurz vor Ende recht gut behaupten. Leider platzte einem Fahrer direkt vor mir 3 Runden vor Schluss in einer schnellen Kurve der Reifen. Ich konnte noch gerade in eine Bushaltestelle am Rand ausweichen und musste dann im schweren Gang wieder anfahren, so dass ich mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun hatte. Ich fuhr die letzten 3 Runden noch zügig zu Ende, wusste aber, dass für mich das Straßenrennen eh interessanter war...
 Nach einer kurzen Nacht hatte ich am Morgen allerdings erstmal richtig schwere Beine und musste mich auf den ersten 20-30 Kilometern ersteinmal frei fahren, bevor es auf die fiese 11km-Runde im Elm ging. Jede Runde war ein Hügel von 145 Höhenmetern mit 7% Durchschnittssteigung und bis zu 10% Maximalsteigung zu überwinden. In der ersten Runde konnte ich im vorderen Drittel des Feldes über die Kuppe fahren, während viele Fahrer hier schon abgehängt wurden, hatte dabei aber echte Schwierigkeiten, genügend Luft zu bekommen. In der folgenden Abfahrt konnte ich mich zwar etwas erholen, im zweiten Anlauf ließ ich aber schon früh abreißen, da ich wieder nicht gut Luft bekam. Ich stellte mich etwas enttäuscht an den Rand und sah mir die nächsten Runden das Leid von außen an. Für solche Belastungen war die Erkältung wohl doch noch nicht lange genug her...

 

Viele Grüße Gregor